Schauspielerin Thekla Carola Wied feiert ihren 80. Geburtstag

SteveJ

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Wer früher im deutschen Fernsehen eine Mutter spielte, konnte sicher sein, vom Publikum besonders geliebt zu werden.
So war es bei Inge Meysel, so war es bei Witta Pohl – und so war es auch bei Thekla Carola Wied. :)
Mit ihrer Rolle als strahlende Angi Schumann in der ZDF-Serie “Ich heirate eine Familie“ wurde Wied in den frühen Achtzigern zum Star. (y)
Dass sie mehr kann als freundlich zu lächeln, bewies sie später in vielen anderen Produktionen.
Am Montag wird die Wahl-Münchnerin 80 Jahre alt.

Geboren am 05. Februar 1944 im schlesischen Breslau im heutigen Polen als Tochter eines Lehrers, wuchs Wied nach der Flucht ihrer Familie in Berlin auf – in ärmlichen Verhältnissen.
“Aus dieser Stimmung heraus habe ich mir aber meine eigene Welt geschaffen – eine Fantasiewelt“, sagte sie einmal der “tz“ in einem Interview.
“Und als ich fünf Jahre alt war, war klar – ich will Schauspielerin werden.“

So zog es Wied nach Essen, wo sie von 1964 bis 1967 Schauspiel an der renommierten Folkwang-Hochschule studierte.
Frühe Erfolge feierte sie auf verschiedenen Theaterbühnen. Ihr Filmdebüt in “Spur eines Mädchens“ von 1967 bescherte ihr sogleich den Bundesfilmpreis als beste Schauspielerin.
Wied hatte dazu ihren Namen geändert, denn “schließlich war es bei Todesstrafe verboten, direkt nach Abschluss der Schauspielschule Filme zu drehen“.

Ihre Popularität verdankt Wied aber bis heute ihrem Auftritt in der ZDF-Serie “Ich heirate eine Familie“, wo sie sich als Angi Schumann an der Seite von Peter Weck in die deutschen Wohnzimmer lächelte.
Wied spielt darin eine geschiedene Mutter und Geschäftsfrau.
Als sich Werner Schumann in diese verknallt, ahnt er nichts von ihren drei Kindern, sagt aber schließlich doch Ja.
Die Erfolgsserie aus den Jahren 1983 bis 1986 hatte nur 14 Folgen, lockte aber mehr als 20 Millionen Menschen vor die Fernsehgeräte.
Wied bezeichnete die Serie später stets als “Glücksfall“.

Über einen Mangel an Rollenangeboten konnte sich die Schauspielerin seit dieser Zeit nicht beklagen.
Schwieriger schien eher, dem Image der ewigen Mutter zu entkommen.
“Ich habe immer wieder ähnliche Rollen angeboten bekommen. Aber das war okay. Ich hadere nicht“, bilanzierte sie später.

Schließlich gelang es ihr, aus der Schublade zu klettern, etwa 1993 in der ARD-Serie “Auf eigene Gefahr“ in der sie eine Gesellschaftskolumnistin mit schillerndem Privatleben spielte.
Zuvor hatte sie 1990 in “Wie gut, dass es Maria gibt“ eine Nonne verkörpert.
Nach dem Jahr 2000 war Wied öfter in Dramen zu sehen, in denen es um Alter, Einsamkeit und Lebenslügen ging, etwa in “Zwei Seiten der Liebe“ (2002), “Schuldig“ (2009) oder “Sein gutes Recht“ (2014).
Ihr komödiantisches Talent bewies sie mehreren Filmen der Reihe “Familie Bundschuh“.

Dabei blieb Wied in fast 60 Berufsjahren ohne Skandale. (y)
Ihre Liebe zur Literatur bescherte ihr auch privates Glück. Seit 1992 ist sie mit dem früheren Lokalpolitiker und Manager Hannes Rieckhoff verheiratet.
Beide lernten sich bei einer Lesung Wieds im baden-württembergischen Backnang kennen, wo Rieckhoff Oberbürgermeister war.
Er brachte drei Kinder mit in die Ehe, Wied selbst blieb kinderlos.

Zuletzt stand sie für den Fernsehfilm “Martha Liebermann – Ein gestohlenes Leben“ (2022) vor der Kamera, in dem sie die Frau des Malers Max Liebermann spielte.
Danach kündigte Wied an, sich aus dem Beruf zurückzuziehen.

Herzlichen Glückwunsch zum runden Geburtstag! 🎉

Quellen: Ippen-Digital, tz, Wikipedia
 
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