Wahre Hits: Diese B-Seiten stellten ihre A-Seiten manchmal in den Schatten

SteveJ

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Früher warteten die Musikfans sehnsüchtig auf die nächste Single ihres Lieblingskünstlers. :feiern.gif)

Singles hatten zwei Besonderheiten (die Platten-Fans wissen das ohnehin):

Sie hatten ein größeres Loch in der Mitte, weil sie früher oft in Musikboxen gespielt wurden.
Mit den kleinen Löchern wäre die Zentrierung zu kompliziert gewesen, weil der Schwenkarm, der die Platten aus dem Magazin holte, die Platten nicht so genau positionieren konnte.
Daher braucht man einen "Puck" oder einen "Single-Stern", um sie auf dem kleineren Dorn eines "normalen" Plattenspielers zu fixieren. ;)

Außerdem war pro Seite einer Single war i.d.R. nur ein Titel gepresst.
Die A-Seite - der Song, der ein Hit werden sollte - wurde von einer B-Seite begleitet, die ausnahmslos ein weniger bekannter Titel war, der oft als Füllmaterial oder Wegwerfartikel ausgewählt wurde.
Es gab aber auch schon Fälle, in denen die B-Seite den Titel, den sie unterstützen sollte, in den Schatten stellte.
Diese Umkehrung des Schicksals wird durch zahlreiche Tracks verdeutlicht, die es in die Auswahl geschafft haben.
Und das, obwohl sie auf die "zweite Seite" verbannt wurden.

Hier eine kleine Liste von B-Seiten, die es verdient hätten, A-Seiten zu sein:
  • Elvis Presley – "Hound Dog"
    "Hound Dog" wurde ursprünglich als B-Seite der Single "Don't Be Cruel" (1956) veröffentlicht.
    Nachdem RCA den Fehler erkannt hatte, wurde die Single wiederveröffentlicht, diesmal mit "Hound Dog" an erster Stelle und in größerer Schrift als "Don't Be Cruel" auf der Plattenhülle.

  • Queen – "We Will Rock You"
    Eine der kraftvollsten Hymnen der Popmusik, "We Will Rock You", wurde mit "We Are the Champions" (1977) gepaart.
    Es spielte keine Rolle, dass es sich um die B-Seite handelte: Beide Songs ergänzten sich hervorragend.

  • Rod Stewart – "Maggie May"
    Rod Stewarts "Maggie May" ist ein Beispiel dafür, wie eine B-Seite eine A-Seite – in diesem Fall "Reason to Believe" (1971) – völlig in den Schatten stellen kann.
    "Maggie May" wurde von DJs auf der ganzen Welt gespielt und trug zum Start von Stewarts Solokarriere bei.

  • Madonna – "Into the Groove"
    Madonna-Fans in den Vereinigten Staaten gingen davon aus, dass "Into the Groove" nach ihrem Auftritt in dem Film "Susan...verzweifelt gesucht" (1985) den Weg in die Single-Charts finden würde.
    Das tat es auch, allerdings als B-Seite von "Angel".
    Die britischen Fans hatten mehr Glück, denn der Song wurde im Vereinigten Königreich als A-Seite von "Shoo-Bee-Doo" veröffentlicht.

  • Righteous Brothers – "Unchained Melody"
    Die "Unchained Melody" der Righteous Brothers, die bemerkenswerterweise als B-Seite des weniger populären "Hung on You" (1965) erschien, war ein großer Hit für das Duo.
    Der Song wurde später berühmt, als er in den Soundtrack zum Film "Ghost – Nachricht von Sam" (1990) aufgenommen wurde.

  • The Rolling Stones – "You Can't Always Get What You Want"
    Die B-Seite von "Honky Tonk Woman" (1969), "You Can't Always Get What You Want", wurde zunächst als Reinfall abgetan.
    Einige Jahre später wurde der Song wiederveröffentlicht und seither mehrfach zu einem der besten Songs aller Zeiten gewählt.

  • The Beach Boys – "God Only Knows"
    "God Only Knows" gilt als eine der größten Kompositionen der Beach Boys.
    Dennoch wurde es als B-Seite zu dem allseits beliebten "Wouldn't It Be Nice" (1966) veröffentlicht.
    Die Befürchtung, dass Radiosender sich weigern würden, einen Song mit "God" im Titel zu spielen, ist einer der Gründe warum er als B-Seite veröffentlicht wurde.

  • Kiss – "Beth"
    Die B-Seite von "Detroit Rock City" (1976), "Beth" – eine langsame, brennende Ballade – bleibt der größte kommerzielle Hit der Band in den Vereinigten Staaten, nachdem sie als A-Seite wiederveröffentlicht wurde.

  • Sam Cooke – "A Change is Gonna Come"
    "A Change is Gonna Come" ist die B-Seite von "Shake" (1964). Während "Shake" ein posthumer Top-10-Hit für Cooke nach seinem verdächtigen Tod durch eine Kugel im Dezember 1964 wurde, gilt "A Change is Gonna Come" weithin als eine von Cookes größten und einflussreichsten Musikstücken und bleibt eine beliebte Hymne der Bürgerrechtsbewegung.

  • Bruce Springsteen – "Pink Cadillac"
    Inspiriert von Elvis Presleys Anspielung auf einen rosafarbenen Cadillac in seiner Version von "Baby Let's Play House" aus dem Jahr 1954, ist Bruce Springsteens "Pink Cadillac" die B-Seite des Hits "Dancing in the Dark".
    Kritiker bezeichnen das Stück als eine von Springsteens stärksten B-Seiten – es war eine beliebte Nummer während der "Born in the U.S.A."-Tour des Sängers.

  • Prince – "How Come U Don’t Call Me Anymore?"
    Welche B-Seite könnte mit "1999" (1982) konkurrieren, wenn es um Sendezeit geht?
    Nun, "How Come U Don't Call Me Anymore?" kommt dem nahe.
    Eine Ballade mit Gospel-Elementen, die Prince größtenteils in seiner außergewöhnlichen Falsettstimme vorträgt.

  • The Beatles – "I Am the Walrus"
    "I Am the Walrus" war eine Meisterleistung von John Lennon und leistete dem 1967 erschienenen "Hello, Goodbye" Gesellschaft.
    Viele betrachten diese B-Seite als eines der ehrgeizigsten und komplexesten Werke der Beatles, das mit Nonsens-Texten und kindlichen Reimen gespickt ist.

  • Creedence Clearwater Revival – "Born on the Bayou"
    "Proud Mary" (1969) hat CCR sicherlich zu Weltruhm verholfen.
    Aber erst mit der B-Seite, "Born on the Bayou", erlangte der Frontmann John Fogerty Legendenstatus.

  • Nirvana – "Aneurysm"
    "Aneurysm" ist ein Juwel von einer B-Seite, die das Glanzstück der bahnbrechenden Single "Smells Like Teen Spirit" aus dem Jahr 1991 ergänzt.
    "Aneurysm" wurde in der Folge zu einem der beliebtesten Songs bei Live-Konzerten.

  • David Bowie – "Suffragette City"
    "Suffragette City" ist die B-Seite von Bowies Klassiker "Starman" (1972).
    Der Song wurde jedoch von den Musikkritikern so sehr gelobt, dass "Suffragette City" 1976 mit der B-Seite "Stay" wiederveröffentlicht wurde.

  • Led Zeppelin – "Hey Hey What Can I Do"
    "Hey Hey What Can I Do" wurde als B-Seite des erfolgreichen "Immigrant Song" (1970) der Heavy-Metal-Band veröffentlicht und hat sich im Laufe der Jahre zu einem unverzichtbaren Bestandteil von Kompilationen und Boxsets entwickelt.

  • U2 – "Sweetest Thing"
    "Sweetest Thing" erschien ursprünglich als B-Seite des Hits "Where the Streets Have No Name" (1987).
    Es wurde neu aufgenommen und 1998 für das Kompilationsalbum "The Best of 1980–1990" der Band wiederveröffentlicht – und erreichte in mehreren Ländern als eigenständige A-Seite Platz 1.

  • Paul McCartney and Wings – "Nineteen Hundred and Eighty Five"
    "Band on the Run", das 1974 als Single herauskam, war zwar nie zu toppen, aber "Nineteen Hundred and Eighty Five" erwies sich als würdige B-Seite und wird heute oft von dem ehemaligen Beatle bei seinen Live-Shows gespielt.

  • Fleetwood Mac – "Silver Springs"
    "Silver Springs" wurde als B-Seite von "Go Your Own Way" (1977) veröffentlicht und sollte ursprünglich auf "Rumours" erscheinen.
    Als die Neuauflage des Albums 2004 veröffentlicht wurde, war "Silver Springs" mit dabei.

  • The Byrds – "I'll Feel a Whole Lot Better"
    Als B-Seite von "All I Really Want to Do" (1965), ist "I'll Feel a Whole Lot Better" als eine der liebenswertesten Kompositionen der Band in die Geschichte eingegangen.

  • Oasis – "Half the World Away"
    Ursprünglich die B-Seite von "Whatever" (1996), wurde "Half the World Away" als Titelsong für die beliebte britische Fernsehsitcom "The Royle Family" (1998–2012) wiederbelebt.
    Noel Gallagher verriet später, dass der Song eine seiner Lieblings-B-Seiten war.

  • Kraftwerk – "The Model"
    Ursprünglich wurde "The Model" 1978 in Deutschland als A-Seite veröffentlicht und 1982 im Vereinigten Königreich wiederveröffentlicht; zunächst als B-Seite, dann als A-Seite und wurde ein Nr. 1-Hit für die Pioniere der elektronischen Musik.

  • Duran Duran – "Khanada"
    Der bei den Fans beliebte Song "Khanada" diente als B-Seite der zweiten Single der Gruppe "Careless Memories" (1981), die in den britischen Charts enttäuschte.
    Glücklicherweise schaffte es die B-Seite in die Hitparade, da sie sich auf die Modedesignerin Jane Kahn bezieht, die die Band einkleidete und den Look der New-Romantic-Bewegung prägte.

  • Chicago – "Color My World"
    Der Titel "Color My World" ist insofern ungewöhnlich, weil er als B-Seite von gleich zwei Chicago-Hits diente: "Make Me Smile" (1970) und "Beginnings" (1971).

Quellen: MSN, StarsInsider, Wikipedia
 
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